Soziales Lernen

„Schule soll Hilfen zur Entwicklung einer mündigen und sozial verantwortlichen Persönlichkeit geben, auf eine erfolgreiche Tätigkeit in der Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten und eine kulturelle Teilhabe und die Mitgestaltung einer demokratischen Gesellschaft anbahnen.“  So schrieb die damalige Ministerin für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen, Ute Schäfer, im Jahr 2004.

Für uns an der GHS Leichlingen bedeutet dies, nicht nur der Vermittlung von Wissen Rechnung zu tragen, sondern auch unsere Schüler als individuelle Persönlichkeiten zu sehen, die ihren Platz in der Gemeinschaft finden müssen.

Dazu haben wir im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit unserem Schulsozialarbeiter Herrn Klaus Luther einen besonderen Lehrplan entwickelt, der durch alle Jahrgänge hindurch mit verschiedensten Übungen und Aktionen die Stellung des Einzelnen innerhalb der Gemeinschaft unter unterschiedlichen entwicklungspsychologischen Aspekten behandelt.

Die Gemeinschaft, das ist zu Anfang die Klassengemeinschaft, die zu bilden die erste große Aufgabe auf der weiterführenden Schule ist. Mit vielen erlebnispädagogischen Aktionen bis hin zur Klassenfahrt nach Altenberg arbeiten Schüler und Lehrer gemeinsam daran, große Ziele im Team zu erreichen.

Das sechste Schuljahr steht unter dem Zeichen „Ich und meine Gefühle“ und „Ich und die Anderen“. Hier steht die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Auseinandersetzung mit Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, von  uns liebevoll „Zickentraining“ genannt, im Vordergrund. Dazu gehört auch der verantwortungsvolle Umgang mit Internetmedien. Ein weiterer Baustein, der das Miteinander hauptsächlich zwischen Mädchen und Jungen regelt, ist „Knigge I“.

Das nächste Jahr befasst sich fast ausschließlich mit  Suchtprävention. Wir beginnen mit dem Aktionstag „Über die Wupper“ in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Suchtpräventionsstelle in Wermelskirchen und des Jugendamtes Leichlingen. Ebenfalls fest eingeplant ist eine Aktion zur Sexualpädagogik „Sex-Päd 1“. Die Suchtpräventionslehrer an unserer Schule bieten eine Unterrichtseinheit zum Thema „Umgang mit Alkohol“ an.

Mit zunehmender Forcierung der Berufsorientierung beschäftigt sich auch das soziale Lernen im 8. Schuljahr mehr mit den eigenen Fähigkeiten und Stärken. Im Vordergrund steht das Berufsorientierungscamp „Komm auf Tour“. Im Baustein „Knigge II“ legen wir den Schwerpunkt auf erste Übungen zu Vorstellungsgesprächen.

Durch das erste 3-Wochen-Praktikum öffnet sich die Schule für die Welt außerhalb. Daher heißt die Überschrift für den Jahrgang 9 „Ich in der Welt“. Zur besseren Orientierung bieten wir einen Lebenspraxisparcours an und beschäftigen uns mit dem zweiten Teil von „Sex-Päd“. Unser Programm „SuKMuK“  (Selbstbehauptung und Konflikttraining für Mädchen und Knaben) findet auch in dieser Zeit seinen Platz.

Kurz vor dem Abschluss holen wir unter der Überschrift „Lebenspraxis“ das Leben in die Schule. Die Schüler trainieren mit außerschulischen Kräften Vorstellungsgespräche, lernen in „Knigge III“ gute Umgangsformen bei Tisch und im Gespräch und erwerben ihren Finanzführerschein, der im Umgang mit dem ersten Gehalt helfen soll.

Neben den genannten Bausteinen kann immer Soziales Training zu aktuellen Schwerpunkten mit unserem Sozialarbeiter stattfinden.

Fest in den Schulalltag integriert ist darüber hinaus das Trainingsraumprogramm, das die Schüler für ihr Verhalten im Unterricht sensibilisieren soll und Unterrichtsstörungen auf konstruktive Weise begegnet. Im „Raum für eigenverantwortliches Denken“ reflektieren störende Schüler ihr Verhalten und fassen Vorsätze für die zukünftigen Unterrichtsstunden. Ein wesentlich entspannteres Lernklima ist die Folge.

Zum guten Klima an unserer Schule tragen auch die Streitschlichter bei, die nach ihrer Ausbildung im Wahlpflichtunterricht der Klasse 8 oder 9 in den Mittagspausen Ansprechpartner für Jüngere sind und deren Konflikte zu lösen helfen.

Wir hoffen, unsere Schüler durch unser umfassendes Sozial-Programm so zu stärken, dass sie selbstbewusst an der Gemeinschaft außerhalb der Schule teilhaben können und ihren Platz im Leben finden.